Beitrag von PJ [Polit Jockey] PlotS für "Der Hedonist"


Die sexuelle Konterrevolution marschiert...

Schön wäre die Welt, wenn wir uns einfach nur relaxt zurücklehnen könnten, um geile Partys zu feiern. Leider ist der menschliche Verstand aber ein gar wunderliches Ding, welches zahlreiche Zeitgenossen dazu veranlaßt, nichts mehr zu fürchten als entfesselte Sinnlichkeit.


Diese Abscheu vor der Lust ist aber keineswegs neu, sondern beinahe so alt wie die ganze verrückte Bande,die sich Menschheit nennt. Von einem fernen Stern aus betrachtet, so Friedrich Nietzsche im vorletzten Jahrhundert, würde diese absonderliche Unlust an der Lust wahrscheinlich zu dem Schluß verführen, "die Erde sei der eigentlich asketische Stern, ein Winkel mißvergnügter, hochmütiger und widriger Geschöpfe, die einen tiefen Verdruß an sich, an der Erde, an allem Leben gar nicht loswürden und sich selber so viel wehtäten als möglich, aus Vergnügen am Weh-tun - wahrscheinlich ihrem einzigen Vergnügen."


Kaum irgendwo ist der Haß auf die sinnliche Natur des Menschen heute ausgeprägter anzutreffen, als in den ländlichen Gefilden westlich des Großen Teiches. Dort hat sich, berichtet die Autorin Daphne Patai, mittlerweile eine regelrechte "Belästigungsindustrie" etabliert. Was die "sexuelle Belästigung" ist, der die "feministischen" Betreiberinnen dieses Geschäftszweigs nachstellen, bleibt indes sehr vage definiert: "Sexuelle Belästigung kann so subtil wie ein Blick sein oder so offensichtlich wie eine Vergewaltigung." Als sicherstes Kriterium gilt das Unbehagen der mutmaßlichen Belästigten. Eine derartige begriffliche Unschärfe ist allerdings typisch für alle Hexenjäger, denn so läßt sich am Ende noch jeder Widersacher des Teufelspaktes überführen.


Unter den neuzeitlichen HexenjägerInnen ragt besonders Andrea Dworkin hervor, die auch hierzulande durch ihre pornofeindlichen Pamphlete einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt. Ihrer Meinung nach ist die Ursache für die Unterdrückung der Frau nichts anderes als der heterosexuelle Koitus. Als Weg zur Freiheit empfiehlt sie ihren "unterdrückten" Geschlechtsgenossinnen deshalb Enthaltsamkeit -ganz nach dem Vorbild mittelalterlicher Klosterfrauen.

In den USA und dem in dieser Hinsicht nicht minder bekloppten Kanada zeigen derlei Verrücktheiten bereits Wirkung. An manchen amerikanischen Schulen haben die Eltern ein Klagerecht gegen die Schulbetreiber, wenn sich ihre Sprößlinge sexuell belästigt fühlen. Im kanadischen Winnipeg erließ eine Schule jüngst ein Kußverbot, eine weitere kanadische Schule verbot gleich jede Form von körperlicher Berührung. Begründung: Die Schule ist ein Arbeitsplatz und bei der Arbeit herrscht eben absolutes Lustverbot. An US-Universitäten überwachen sogenannte "Frauenbeauftragte" akribisch das Privatleben von Studenten und Dozenten. Firmen, die keine Fälle von sexueller Belästigung nachweisen können, erhalten vielfach keine öffentlichen Aufträge, weil man ihnen Vertuschung unterstellt.


Nun könnte man über derlei Narreteien belustigt mit dem Kopf schütteln. Leider ist es aber so, daß die tumben Bundestags-Teutonen seit jeher nachahmen wollen, was ihnen der Ferne Westen als modern auftischt. Herta Däubler-Gmelin, unsere Bundesjustizministerin, arbeitet bereits an einem Anti-Porno-Gesetz, das maßgeblich von Alice Schwarzer & damit mittelbar auch von Frau Dworkin beeinflußt ist. Eine solche Lex-Schwarzer könnte nicht nur den munteren Filmchen von Thaurs Innovative ProdAction ein Ende bereiten, sondern auch meinen/deinen/euren/unseren Lustbarkeiten im KitKatClub. Was ihr/du/ich/wir für unser exhibitionistisches Privatvergüngen halten, könnte dann, als öffentliche Pornodarbietung eingestuft, strafbar werden.

Das wahrhaftig kein Unfug zu blöd ist, um nicht doch Gesetzeskraft zu erlangen, zeigt warnend das Beispiel Schwedens. Dort wurde unlängst der Erwerb sexueller Dienstleistungen, d.h. der Besuch von Prostituierten, unter
Strafe gestellt. Wenig später warnte die schwedische Presse in einer konzertierten Aktion davor, daß die schwedische Demokratie durch das Wirken der organisierten Kriminalität gefährdet sei. Wahrscheinlich hat in Schweden seit letztem Jahr besonders das Erpresserhandwerk einen goldenen Boden.


Die Geschichte lehrt:
Wer Prohibition sät, wird Al Capone ernten.

Es Grüßt: PJ PlotS